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ANIMAL SPIRIT - Newsletter vom 06.02.2018

Schwerpunkt-Thema Jagd

06.02.2018

Schwerpunkt-Thema Jagd:

In unserem letzten Newsletter haben wir ja ausführlich über die Winterfuchsjagd in Laaben sowie die dort jedes Jahr ausgetragene Aufbahrung, besser Zurschaustellung der gut 50 ermordeten Füchse berichtet. Gleichzeitig haben wir (wieder) dazu aufgerufen, unsere Petition gegen die Fuchsjagd in Österreich zu unterschreiben! Hier nun zusätzlich noch einige Fakten zum Fuchs und der perversen Jagd auf diese schönen sozialen Tiere, von www.wildtierschutz-deutschland.de:

„Fuchsjagd wegen fehlender natürlicher Feinde?“ sowie „Fuchsjagd ist nicht mehr als die Befriedigung eines perversen Hobbys“

In diesem Newsletter bringen wir ergänzend einige weitere aktuelle Artikel und links zu diesem vieldiskutierten Thema, welches momentan ja einige Gemüter erhitzt. So fand z.B. am 30.1.2018 in Oe24 eine Jagd-Diskussion mit dem Titel „Die Jagd – hat die blutige Tradition Berechtigung?“ statt.

Folgende Themen wurden teils emotional diskutiert:

– Soll die Jagd abgeschafft werden?
– Sind Jäger Tierquäler?
– Ist die Jagd ein Hobby für die High Society auf Kosten unschuldiger Tiere?
– Werden Tiere unnötig vermenschlicht von den Tierschützern?
– Geht es Tierschützern eigentlich wirklich um die Tiere oder sind das in Wahrheit nur „troublemaker“?

Tierschutz-Themen: 

D: Jäger erschießt Nachbarin

06.02.2018

Darmstadt: Jäger erschießt Nachbarin (Initiative zur Abschaffung der Jagd – Newsletter vom 04.02.2018):

Ein Jäger hat in Darmstadt seine 50-jährige Nachbarin erschossen. Anschließend schoß sich der 45-jährige Waidmann selbst in den Kopf. Dies berichtet die Allgemeine Zeitung am 2.2.2018. Der Jäger habe auf die Mutter eines zwölf Jahre alten Jungen vier Schüsse aus seiner Pistole abgegeben: einen Schuß ins Knie, zwei Schüsse in den Kopf und einen Schuß in den Rippenbogen, so die Staatsanwaltschaft.

Laut Ordnungsamt hatte der 45-Jährige im Oktober 2016 eine Waffenbesitzkarte beantragt und erhalten, um als Jäger ein Gewehr und eine Pistole führen zu dürfen. Offenbar war der Mann in den letzten Jahren öfter wegen Sachbeschädigung und Ruhestörung aufgefallen. „Es gab im November 2014 eine Anzeige gegen den Mann wegen Sachbeschädigung am Gemeinschaftsgarten, das Verfahren wurde aber eingestellt“, zitiert die Allgemeine Zeitung den Oberstaatsanwalt. Nachbarn berichten, daß die Polizei in den letzten vier Jahren sehr oft da war. „Die Polizei hat genau gewußt, daß der Mann nicht richtig tickt, wir wollten ihn hier weghaben“, wird ein Anwohner zitiert.

Jedes Jahr bis zu 40 Tote

Jährlich werden den Landwirtschaftlichen Berufsgenossenschaften über 800 Jagdunfälle (andere Quellen sprechen von bis 1600) gemeldet. Tödliche Beziehungsdramen mit Jagdwaffen (Jäger erschießt Frau oder Nachbarn) gelten nicht als Jagdunfall, sondern als Straftat. Aber weder der Jagdverband noch staatliche Behörden noch das statistische Bundesamt führen Statistiken über Tote und Verletzte durch Jagd und Jägerwaffen. Jäger zählen nur die „Strecke“ der getöteten Tiere, nicht aber die menschlichen Opfer ihres blutigen Hobbys. Die einzige Organisation, die seit 2002 Jahr für Jahr eine Statistik über Jagdunfälle und Straftaten mit Jägerwaffen führt, ist die Initiative zur Abschaffung der Jagd – wobei die Aufstellung lediglich aufgrund vorliegender Presseberichte erstellt wurde und somit keinen Anspruch auf Vollständigkeit erhebt. Sie ist vermutlich nur die Spitze des Eisbergs. Aufgrund der Presseberichte kann belegt werden: Jedes Jahr sterben in Deutschland bis zu 40 Menschen durch Jäger und Jägerwaffen.

Dazu kommen die erschreckend vielen Fälle, bei denen der Ausgang zwar nicht tödlich war, dem Opfer aber beispielsweise ein Bein amputiert werden mußte. Opfer wurden sowohl Jägerkollegen und Treiber, aber auch die Ehefrau und die Kinder von Jägern, der Schwager, sowie Nachbarn, Spaziergänger, Bergwanderer, Mountainbiker, Bärlauchsammler oder spielende Kinder.

Vor diesem Hintergrund fordert die Initiative zur Abschaffung der Jagd: Abschaffung der Hobbyjagd JETZT!

Initiative zur Abschaffung der Jagd, www.abschaffung-der-jagd.de

Tierschutz-Themen: 

Jagd-Unfall in Südafrika

06.02.2018

Jagd-Unfall in Südafrika: Kroate bei Löwenjagd getötet

Es sollte seine letzte Großwildjagd werden: Für einen 75-jährigen Kroaten endete eine Jagd auf Löwen tödlich. Der 75-Jährige und zwei weitere kroatische Urlauber hatten bereits einen ersten Löwen erlegt, doch bei der Jagd auf das zweite Tier löste sich aus bislang unbekannten Gründen ein verhängnisvoller Schuß, wie die südafrikanische Nachrichtenagentur News24 unter Berufung auf die Polizei berichtete. 

"Krönung seiner Jägerkarriere"

Der passionierte Jäger von der Adriainsel Pag wurde in ein Krankenhaus geflogen, starb jedoch an den Folgen der Schußverletzung. Der Zwischenfall vom Samstag ereignete sich demnach im privaten Reservat Leeuwbosch (Löwenbusch), das unter anderem Löwen zur Jagd aufzieht. Ein örtlicher Polizeisprecher und die Eigentümer der Game Lodge waren am Dienstag zunächst nicht telefonisch erreichbar. 

Für den getöteten Kroaten, dessen Familie ein Restaurant auf Pag betreibt, sollte der Abschuß eines Löwen "die Krönung seiner Jägerkarriere" werden, hatte der Großwildjäger Freunden vor seinem Abflug nach Südafrika anvertraut, wie kroatische Medien berichteten. Leeuwbosch wirbt damit, eines der besten Reservate in Südafrika für die Jagd von Großwild zu sein. Die Lodge liegt in der Nähe der Grenze zu Botswana, gut vier Stunden westlich der Wirtschaftsmetropole Johannesburg. Es gebe vor Ort auch Schlacht- und Kühlvorrichtungen. 

Tierschutz-Themen: 

„Mein Gott – wie schießt ihr schlecht“

06.02.2018

„Mein Gott – wie schießt ihr schlecht“ (Zitat Andreas Hofer):

Dieses Video von einer Treibjagd ("Drückjagd"), gedreht und veröffentlich von einem offenbar auf sich selbst stolzen "Hobbymörder", zeigt wie schlecht Jäger eigentlich schießen und wie oft auf so ein armes Tier geschossen werden muß, bis es endlich tot oder zumindest bewegungsunfähig ist… und da soll man glauben, daß angeblich jedes Tier beim ersten Schuß getötet wird…

ndr.de: Jäger quält Katze, darf den Jagdschein behalten

Es klingt nach purer Tierquälerei: Ein Jäger aus Höltinghausen bei Emstek im Landkreis Cloppenburg schießt mit einem Schrotgewehr auf eine Katze. Dann nimmt er das durch mehrere Kugeln schwer verletzte aber immer noch lebende Tier und schleudert es vor den Augen des Besitzers in ein Feld. Ein Tierarzt muß die Katze später einschläfern, der Fall geht vor Gericht. Das Oberlandesgericht Oldenburg hat nun in dritter Instanz entschieden: Der Jäger muß eine Geldstrafe zahlen.

Bei höherer Strafe wäre Jagdschein weg gewesen

Damit bestätigte die Kammer das Urteil des Landgerichts, das den Mann zur einer Strafe von 50 Tagessätzen à 70 Euro verurteilt hatte. Bei einer höheren Geldstrafe hätte der Mann auch seinen Jagdschein verlieren können. Ein härteres Urteil hätte voraussichtlich eine Wirkung auf die regionale Jagdbehörde gehabt, die den Jagdschein ausstellt oder gegebenenfalls verlängert. Sie muß laut Gesetz dabei die Zuverlässigkeit der Antrag stellenden Person prüfen. Doch auch das Urteil des Cloppenburger Amtsgerichts als erste Instanz reichte dazu scheinbar nicht aus: Es hatte den Jäger ursprünglich noch zu 70 Tagessätzen verurteilt.

Tierschutz-Themen: 

Schweinepest: Respektlosigkeit vor dem Leben wilder Tiere

06.02.2018

Schweinepest: Respektlosigkeit vor dem Leben wilder Tiere – offener Brief

Thüringens Landwirtschaftsministerium gibt 70.000 Wildschweine zum Abschuß frei!

Sehr geehrte Frau Ministerin Keller,
leider sieht es tatsächlich so aus, daß Politiker und Jäger gleichsam, das Töten von Tieren wohl als die einzige Variante sehen, mit Problemen, wie z.B. der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest, fertig zu werden. Bei Jägern ist dies nicht verwunderlich, das Töten von Tieren gehört zu deren Hauptinteressen. Bei Politikern, zumal bei denen, die nicht selbst aktiv jagen, schon etwas verwunderlich – sie sollten doch das Leben schützen – egal ob menschliches oder tierisches!

Doch daß Jäger - nennen wir sie doch beim Namen - "Lusttöter" sind und nichtjagende Politiker sie trotzdem zum Freund haben, werden Tierfreunde und somit Jagdgegner wohl nie verstehen. Gehört denn wirklich so viel Überwindung dazu, unsere Mitgeschöpfe zu mögen – oder was ist der Grund für die Sympathie mit der mordenden Gilde, daß sogar nichtjagende Politiker sich von der irreführenden Propaganda aus Jägerrichtung von deren immerwährendem Aktionismus zu obigen Massenmord aufstacheln lassen?

Wir, sowie alle tierlieben Menschen verurteilen Ihr Vorhaben, sehr geehrte Frau Ministerin, auf das Schärfste und möchten Ihnen dazu einige aufklärende Worte mit auf den Weg geben, die Sie hoffentlich eines Besseren überzeugen, Ihre jägerfreundliche Entscheidung zur Problematik der Afrikanischen Schweinepest nochmals gründlichst zu überdenken:

DIE ZEIT sprach mit dem Wildökologen Prof. Dr. Dr. Sven Herzog über Ursachen der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest, über die Illusion, Wildschweine durch Jagd nachhaltig zu reduzieren und über fehlgeleiteten politischen Aktionismus.
"Die Hauptgefahr geht gar nicht von den Wildschweinen aus“, erklärt der Dozent für Wildökologie und Jagdwirtschaft, welcher an der Technischen Universität Dresden lehrt, im Gespräch mit der ZEIT. Wildschweine seien meist ortstreu. Zudem mache die Afrikanische Schweinepest befallene Schweine unbeweglich, mit hohem Fieber sterben die Tiere rasch. Im Übrigen seien die Erreger für Menschen harmlos.
Forscher sind heute fast einhellig der Ansicht, daß die Afrikanische Schweinepest durch den Menschen verbreitet wird, nämlich durch den Transport von Fleisch- und Wurstwaren, über Autobahnraststätten, auf Reste von Schinken- und Salamibroten weggeworfen werden sowie durch den Jagdtourismus, indem die Jäger mit infizierten Tieren direkt in Kontakt kommen und die Erreger an Jagdkleidung und Trophäen haften.

Prof. Dr. Dr. Sven Herzog erklärt im ZEIT-Interview: "Nicht die Hauptursachen wie intensive Schweinezucht und transportbedingte Krankheitsverbreitung stehen im Fokus, sondern die Wildschweine. Sie gelten als Erregerreservoir und Überträger der Seuche. Jäger sollen diese Bösewichte eliminieren. Hierzu scheinen fast alle Mittel recht zu sein, von technischer Aufrüstung bis zum Ignorieren elementaren Tierschutzes."
Hinzu kommt, daß die Jagd Wildschweine nicht regulieren kann: "Vermehrte Abschüsse wirken zwar kurzfristig und lokal. Aber es ist eine Illusion, verstärkte Jagd könne die Schwarzwildbestände nachhaltig reduzieren. Das ist irreführende Propaganda. Und sie wird immer wieder aufgewärmt. Heute kommen in Deutschland jährlich rund zwanzigmal mehr Wildschweine zur Strecke als vor dem Zweiten Weltkrieg im viel größeren Deutschen Reich. Die Jagd ist längst schon hochaktiv." DIE ZEIT (3/2018)

Der nordrhein-westfälische Landesverband des Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) kritisiert die durch das Landwirtschaftsministerium angeordnete Reduzierung der Schonzeit für Wildschweine scharf. "Es ist wissenschaftlich nachgewiesen, daß eine intensive Jagd beim Wildschwein zu stärkeren Vermehrungsraten führt", so Holger Sticht, Landesvorsitzender des BUND, in einer Pressemitteilung vom 10 01.2018.

Er verweist auf die nach der leitenden Wissenschaftlerin benannten "Servanty-Studie" von 2009. Sie untersuchte in Frankreich über 22 Jahre hinweg zwei Wildschweinpopulationen: eine, die kaum bejagt wurde, und eine weitere, die häufig bejagt wurde. Sie wies nach, daß die Vermehrungsrate in dem stark bejagten Bestand signifikant höher ausfiel als in dem weitgehend sich selbst überlassenen Bestand.

Der BUND sieht somit die Jäger selbst als mögliche Verursacher der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest: "Ein erhöhtes Risiko bringe vor allem der Jagdtourismus mit sich, indem die Jäger mit dem Blut und den Ausscheidungen infizierter Tiere direkt in Kontakt kommen", heißt es im Westfalenblatt am 9.1.2018.

"Kein Wildschwein läuft von Polen nach NRW, sondern die bekannten Ausbreitungswege der Afrikanischen Schweinepest sind Jagdtouristen und Fleischkonsumenten, die kontaminierte Nahrungsreste in der Landwirtschaft hinterlassen", so Holger Sticht.

Und so geht es, wie stets, wenn viel Geld im Spiel ist, wieder um wirtschaftliche Interessen! Es geht um Landwirte, die, bricht die Afrikanische Schweinepest aus, vor dem wirtschaftlichen Ruin stehen. Doch selbst schuld – kann man da nur sagen. Hätten eben diese sogenannten Landwirte, die eigentlich mehr Industriemanager sind, ihre Tiere so gehalten, wie die in Deutschland geltenden Gesetze – das Tierschutz – und Grundgesetz gebietet – hätten sie keine solchen Sorgen, ihre Tiere würde der gefürchtete Virus nicht erreichen. Doch in Massen gehaltene – auf engstem Raum eingepferchte Tiere – haben weder ein intaktes Immunsystem noch die Eigenschaft ohne Medikamente gesund zu bleiben.

Wenn schließlich noch die mordende Gilde der Jäger für ihre "Mehrarbeit", das lustvolle Töten, bis zu 13,- € für jedes erlegte Tier – und das einzig und allein von unseren Steuergeldern - hinterhergeworfen bekommt, muß man sich als braver Bürger schon fragen, auf wessen Geheiß das geschieht und wer dafür Verantwortung übernimmt!?

Wenn nur der Freistaat Thüringen allein 2018 und 2019 schon 1,5 Millionen € zur Bekämpfung der Schweinepest zur Verfügung stellen will, wollen wir gar nicht fragen, was dafür in ganz Deutschland für unsinniges Geld verschwendet wird.

Im Namen und Auftrag der Tierschutz-Union und aller Menschen, denen unsere Natur, die Tiere und auch ihre Mitmenschen noch etwas bedeuten.

Mit freundlichen Grüßen

Harald von Fehr, Tierschutz-Union Deutschland

 

Tierschutz-Themen: 

Datum: 

Dienstag, 6. Februar 2018