Wieder Mal ein tragischer “Einzelfall”?

Handelt es sich wieder einmal – wie so oft – um einen tragischen Einzelfall oder können wir nicht endlich von Systemversagen sprechen?
Der ORF Niederösterreich berichtet: “Am Dienstag wurde das Ausmaß des Falles bekannt: Nachdem sich Mitte Juli Nachbarn über Verwesungsgeruch aus einem Schweinemastbetrieb beschwerten, wurden rund 400 verendete bzw. zum Teil bereits verweste Schweine entdeckt. Zudem ergaben die Ermittlungen einen „Fehlstand“ von etwa 1.000 Tieren. Vermutet wird, daß sich die Tiere aufgefressen haben.”
Laut Berichten von weiteren Tierschutzvereinen sind im selben Betrieb im Vorjahr bereits 150 Schweine erstickt! Der Verein Pfotenhilfe erklärt: “In der Tierschutz-Kontrollverordnung steht, dass mindestens 2% der landwirtschaftlichen Betriebe zu kontrollieren sind. Geht man davon aus, daß wenigstens diese gesetzliche Vorgabe eingehalten wird, würde dies statistisch bedeuten, daß nur alle 50(!) Jahre eine amtstierärztliche Kontrolle erfolgen müßte.”
Und das Schreckliche dabei ist: Das sind keine Einzelfälle! Im Juni kippte ein Schweinetransporter auf der Pyhrnautobahn um, wo 60 Schweine starben. Am 11. August 2026 (gestern!) flohen 8 Rinder aus einem “Vieh”transporter. Im November 2025 veröffentlichte der VGT schockierende Aufnahmen aus einem AMA-zertifizierten Schweinemastbetrieb im Bezirk Hollabrunn. Die Videos zeigten, wie Arbeiter Tiere schlugen und absichtlich auf sie urinierten! Diesen August 2026 dokumentierte die Tierschutzorganisation RespekTiere gravierende Mißstände in einem Rinderhaltebetrieb in Braunau. Und diese Vorfälle waren alle innerhalb eines Jahres in Österreich.
Diese Skandale sind keine Skandale, sondern leider ein Teil der Tierindustrie…
In Österreich liegt der Anteil der biologischen Schweinehaltung bei rund 3,8 %. Bio-Richtlinien verlangen zwar frische Luft und Tageslicht sowie einen Auslauf, dieser kann aber betoniert und teilüberdacht sein. Die echte, ganzjährige Freiland- oder Weidehaltung ist eine absolute Ausnahme und macht weniger als ca. 0,05 % aus.
P.S. Auf dem Titelbild seht ihr unsere Schweinedame Frieda, die sich an der Suhle erfreut.


