Lebenshof

Antworten auf häufige Fragen

Was ist ein Lebenshof?

Ein Lebenshof, auch Gnadenhof genannt, ist ein Ort, an dem Tiere in Ruhe alt werden dürfen – ohne Angst, geschlachtet zu werden. Auf klassischen landwirtschaftlichen Betrieben hingegen müssen Tiere eine „Leistung“ erbringen: Kühen wird ihre Milch entnommen, damit Menschen diese trinken oder Käse herstellen können. Hühner legen Eier, die weggenommen werden, und Schweine oder Masttiere leben oft nur, um irgendwann Fleisch zu liefern. Auf einem Lebenshof dürfen die Tiere einfach Tiere sein, ohne etwas leisten zu müssen.

Woher kommen die Tiere auf Lebenshöfe?

Viele Tiere, die auf Lebenshöfe kommen, stammen aus landwirtschaftlichen Betrieben, weil sie dort nicht mehr „rentabel“ sind. Zum Beispiel werden Kühe, die nicht mehr genug Milch geben, geschlachtet – ebenso Hühner, wenn ihre Legeleistung nachlässt. Manchmal schließen Bauernhöfe und verbliebene Tiere sollen nicht getötet werden. In solchen Fällen fragen Landwirt*innen Lebenshöfe, ob sie die Tiere übernehmen können. Auch Privatpersonen kaufen gelegentlich Schweine, Ziegen oder andere Tiere von landwirtschaftlichen Betrieben frei, da sie Mitleid haben und suchen dann einen Platz für diese Tiere. Zudem gibt es Fälle, in denen Kaninchen, Mäuse oder andere Tiere aus Versuchslabors gerettet werden und auf Lebenshöfen ein neues Zuhause finden.

Welche Tiere leben auf Lebenshöfen?

Auf Lebenshöfen leben vor allem sogenannte „Nutztiere“ – also Tiere, die gezwungen werden auf landwirtschaftlichen Betrieben einen Nutzen für den Menschen zu haben. Typische Beispiele sind Schweine, Hühner, Kühe, Schafe und Ziegen. Diese Tiere haben oft den Status eines „Nutztieres“, weil sie im Landwirtschafts­betrieb Leistungen erbringen müssen (Milch, Eier, Fleisch, Wolle …). Auf einem Lebenshof hingegen werden sie von dieser Leistungspflicht befreit und können ein artgerechtes, ruhiges Leben führen.

Warum gibt es Lebenshöfe?

Lebenshöfe entstehen vor allem deshalb, weil Tiere in der industriellen Tierhaltung stark ausgebeutet werden. Ein Beispiel: In Österreich liegt die durchschnittliche Jahresmilchleistung einer Kuh laut Statistik Austria bei etwa 7.500 kg Rohmilch pro Tier.
Diese enorm hohe Leistung geht zulasten der Tiere – es kommt zu gesundheitlichen Problemen, und viele Kühe können nach ungefähr 5 Jahren diese Leistung nicht mehr erbringen – dann sind sie nicht mehr profitabel und werden geschlachtet und durch jüngere ersetzt.

Aber nicht nur Nutztiere leiden: Auch in Zirkussen, Zoos oder bei Privatpersonen kommt es zu Tierleid. Lebenshöfe versuchen, diesem Leid entgegenzuwirken und Tieren langfristig einen geschützten Ort zu geben.

Wo kann ich einen Lebenshof besuchen?

Wir von ANIMAL SPIRIT betreuen drei Lebenshöfe. Zwei davon sind in Oberösterreich (Schacher 9, 4092 Schacher und Maierhof 12, 4090 Maierhof) und einer ist in Niederösterreich (Klamm 112 3053 Laaben). Wir sind jederzeit besuchbar, bitten aber um Voranmeldung unter: +43277429330.

Wie kann ich Lebenshöfe unterstützen?

Einige Lebenshöfe finanzieren sich nur durch Spenden. Denn im Gegensatz zu landwirtschaftlichen Betrieben erwirtschaftet ein Lebenshof keine Umsätze: Es wird kein Fleisch, keine Milch oder Eier verkauft – die Tiere dürfen einfach leben und werden nicht für Profit ausgebeutet. Darum sind Menschen, die ein Herz für Tiere haben, so wichtig: Jede Spende hilft, Lebenshöfe am Laufen zu halten und den Tieren ein würdevolles Leben zu ermöglichen.